Fahrradfahren gilt als klimafreundlich, leise und gesund – und doch sorgt es in vielen deutschen Städten für Konflikte. Knapp 90 Millionen Fahrräder gibt es inzwischen in Deutschland, doch der öffentliche Raum hat sich auf diese Entwicklung kaum eingestellt. Geeignete Abstellmöglichkeiten fehlen, Radwege sind zu schmal oder brüchig, Kreuzungen unsicher. Viele Radfahrer fühlen sich im Straßenverkehr an den Rand gedrängt – als Randgruppe zwischen Autos, Lieferverkehr und Fußgängern.
Gleichzeitig stoßen sie selbst auf Widerstand. In Einkaufsstraßen wie zuletzt in der Dresdner Hauptstraße klagen Händler, Radfahrer würden Kunden vertreiben; Fußgänger fühlen sich bedrängt, wenn sich auf engen Flächen unterschiedliche Mobilitäten überlagern. Der öffentliche Raum wird knapp – und das Fahrrad wird zum Symbol eines Verteilungskonflikts: Wem gehört die Stadt? Wo dürfen Radfahrer fahren, wo sollen sie es nicht?
*Unterhausdebatte
Bei der sogenannten Unterhausdebatte ist die Meinung von jeder Zuhörerin und jedem Zuhörer gefragt: Die Moderation stellt verschiedene Thesen und Fragen zum Thema in den Raum. Das Publikum ist zusammen mit Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Gesellschaft eingeladen, durch die Wahl des jeweiligen Sitzplatzes den Standpunkt zur jeweiligen These anzuzeigen.
Experten:
Dr. Rul von Stülpnagel Kognitionswissenschaftler, Institut für Psychologie der Universität Freiburg
Stephan Kühn Dresdner Bürgermeister für Stadtentwicklung, Bau, Verkehr und Liegenschaften
Konrad Krause Geschäftsführer ADFC Sachsen
Polizeirat Stephan Schulz Leiter Verkehrspolizeiinspektion, Polizeidirektion Dresden
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